Arbeitsgemeinschaft Stormarner Jugendverbände

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Wahlcafé in Glinde

21.09.2017

Schüler befragen Direktkandidaten zur Bundestagswahl
Grüne bei Probewahl klar stärkste Kraft
Eine besondere Möglichkeit, sich für ihre erste Bundestagswahl vorzubereiten, hatten die Schüler des
13. Jahrgangs der Gemeinschaftsschule Wiesenfeld in Glinde: In dem gemeinsam mit dem
Kreisjugendring Stormarn organsierten „Wahlcafé“ lernten sie die Direktkandidaten von CDU, SPD,
Grünen, Linken, FDP und AFD persönlich kennen.
„Uns war es wichtig, dass die Politiker nicht untereinander diskutieren, sondern direkt mit den
Schülern ins Gespräch kommen“, erklärt Ansgar Büter-Menke, Bildungsreferent beim KJR, das
Konzept der Veranstaltung. Um mit den Profi-Politikern auch auf Augenhöhe diskutieren zu können,
hatten die angehenden Abiturienten zunächst zwei Schulstunden Zeit, sich mit den Forderungen der
Parteien in einem Themenfeld ihrer Wahl vertraut zu machen und anschließend eigene Forderungen
und Fragen an die Bundestagskandidaten zu formulieren.
Auf diese Weise gut vorbereitet diskutierten die Jugendlichen zu Themenbereichen wie „Datenschutz
und Internet“ oder „Gesundheit und Soziales“ intensiv mit den sechs Parteivertretern. „Die Schüler
haben ihre eigene Perspektive mit eingebracht und nachgehakt, wenn ihnen die Argumentation der
Politiker zu unkonkret war“, freut sich Politik-Lehrer Hajo Krage.
So wollten die Jugendlichen von Norbert Brackmann (CDU) wissen, mit welchen Maßnahmen die
Christdemokraten die im Wahlprogramm angestrebte Vollbeschäftigung erreichen wollen. Bruno
Hollnagel (AFD) musste erklären, wie er sich die Förderung des Umweltschutzes vorstellt, ohne
stärker auf erneuerbare Energien zu setzen. Heidi Beutin (Die Linke) wurde gefragt, wie sie die von
ihrer Partei geforderte Mindestversorgung jedes Haushalts mit PC und Internetanschluss finanzieren
will. Mit Tobias von Pein (SPD) diskutierte die Gruppe „Wirtschaft und Finanzen“ über Möglichkeiten,
Konzerne wie Google und Apple dazu zu bekommen, in Deutschland Steuern zu zahlen.
Spannend wurde es noch einmal am Ende der Veranstaltung: Die Schüler hatten bereits zu Beginn
des Wahlcafés – also noch vor den Gesprächen mit den Politikern – ihre Stimme bei einer Probewahl
abgegeben. Abschließend fand nun noch ein zweiter Wahlgang statt. Dabei gab es deutliche
Verschiebungen zu Gunsten des Grünen Konstantin von Notz (von 14 auf 20 Stimmen) und der
Liberalen Gyde Jensen (von fünf auf 11 Stimmen), welche offensichtlich im persönlichen Gespräch
überzeugten. Insgesamt fiel die Probewahl ganz anders als bei den älteren Wählern aus: So wurden
die Grünen klar stärkste Kraft, gefolgt von FDP, CDU und SPD, während AFD und Die Linke keine
Stimmen erhielten.

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