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9. Stormarner Kindertage - Verloren in virtuellen Welten? | 24. September 2009
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion am 23.09. in Barsbüttel, die der
Kreisjugendring gemeinsam mit der Gemeinde und IGS Barsbüttel organisiert hatte, konnte die Teilnehmer/-innen zu Beginn die Ausführungen von Prof. Dr. Michael Schulte-Markwort, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychosomatik aus Hamburg zu hören. Er verglich, die Ängste vor den virtuellen Welten heute, mit den Sorgen der Menschen Anfang des 19 Jh., die die Geschwindigkeit der ersten Eisenbahn von 30 km/h als große Gefahr für die Menschheit betrachteten. Die einzig konkreten Zahlen von Computersüchtigen Minderjährigen liegen im Moment bei 3% der männlichen und 0,3% der weiblichen Gamer bundesweit. Aus seiner Sicht ist Spielsucht also eher ein Jungenproblem. Ansgar Büter-Menke vom KJR ergänzte, dass es Jugendlichen Computernutzern häufig an Wissen über Mediengefahren fehle. Z.B. bei Verletzungen von Urheber- oder Persönlichkeitsrechten. Hierzu gibt es in Stormarn Jugendliche, die als ausgebildete Handy-Scouts andere Jugendliche beraten können. Er erwähnte auch die Möglichkeit für Eltern einen Gametreff zu besuchen (Info bei gametreff@oksh.de), um selber zu erfahren was an den Games so faszinieren und auch gefährlich ist. Frau Sauerwein-Weber vom Jugendarbeitsteam Bargteheide führte aus, dass viele Kinder einen zu hohen Medienkonsum aufweisen, weil Eltern und Kinder aufgrund veränderter Familienstrukturen oft über nur wenig gemeinsame Zeit verfügen. Es fehlt dadurch an Kommunikation innerhalb der Familien, die nur schwer im Bereich der formalen oder außerschulischen Bildung aufgefangen werden kann.
Interessant wurde es als Herr Dr. Schulte-Markwort beschrieb, dass es in Deutschland möglich wäre alle psychischen Auffälligkeiten (z.B. auch Computerspielsucht) bei Heranwachsenden zu „screenen“ (testen), aber dafür fehlen die Mittel und auch die Bereitschaft mit den Ergebnissen weiterzuarbeiten. Abschließend wies Herr Büter-Menke noch auf die Medienseminare des KJR und die Initiativen hin, die Tipps und Material im Umgang mit Medien herausgeben. Z.B. KlickSafe,
Schau hin oder Jugendschutz.net. Eltern, Hauptamtliche Pädagogen oder Jugendgruppen können die KJR Medienpädagogen auch für Medieninfoabende anfragen.

